Aus- und Weiterbildung
Wenn Sie schon einige Ballonfahrten erleben konnten und "Lust auf Mehr" haben, so ist die Ausbildung zur Ballonpilotin / zum Ballonpiloten genau das Richtige für Sie!
Die Grundausbildung zum Ballonpiloten
Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen Teil, der Ausbildung in Radiotelefonie, sowie dem praktischen Teil. Jeder Teil wird durch eine Prüfung abgeschlossen.
Theorieausbildung
Die theoretische Ausbildung besteht aus Unterricht und Prüfungen in acht Fächern, namentlich Luftrecht, Allgemeine Luftfahrzeugkenntnis, Menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Navigation, Betriebsverfahren, Grundlagen des Fluges sowie dem Fach, welches alle anderen zusammenführt, Flugleistungen und Flugplanung.
Wenn Sie bereits eine andere Pilotenlizenz erworben haben, so können allenfalls einige Fächer angerechnet werden - dies muss im Einzelfall angeschaut werden. Die Anmeldung an die Prüfung erfolgt durch die Fahrschule. Der Cheffahrlehrer der Fahrschule kann die Anmeldung ablehnen, wenn er den Eindruck hat, dass eine Schülerin oder ein Schüler nicht prüfungsreif ist.
Radiotelefonie (Funk)
Ebenfalls erforderlich für den Erwerb des Pilotenscheins ist die Ausbildung in Radiotelefonie (Funk). Diese Ausbildung gibt es in mehreren Varianten:
- Mit der "nationalen" Funksprechberechtigung, welche in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch erworben werden kann, können Sie sich nur in Lufträumen bewegen, in welchen die entsprechende Sprache akzeptiert wird. Der Funksprechverkehr in deutscher Sprache ist in weiten Teilen der Deutschschweiz zulässig. Insbesondere in der Umgebung internationaler Flughäfen ist jedoch Englisch empfohlen oder gar Pflicht. In den französisch- und italienischsprachigen Teilen der Schweiz wird Deutsch nur akzeptiert, wenn der Controller entsprechend zertifiziert ist. Aber auch in Deutschland und Österreich kann es passieren, dass Deutsch nicht akzeptiert wird.
- Wir legen Ihnen deshalb sehr ans Herz, von Anfang an die "englische Voice" zu erlernen. Mit dieser Berechtigung können Sie sich mit jedem Luftraum auf der ganzen Welt verständigen. Die Ausbildung ist aufwendig, da sie auf Privatpiloten zugeschnitten ist - dafür sind Sie anschliessend viel eher in der Lage zu verstehen, was andere Teilnehmer des Luftraums machen und bewegen sich viel sicherer im Luftraum. Für (angehende) Ballonpilotinnen und Ballonpiloten bieten wir einen eigenen Kurs an, mit dem Sie die VFR Radiotelephony Licence erwerben (gültig für alle Luftfahrzeuge unter VFR-Bedingungen).
Medical / medizinischer Eignungstest
Voraussetzung dafür, dass Sie die Pilotenlizenz erwerben können, ist das sogenannte Medical - ein medizinisches Tauglichkeitszeugnis, welches bestätigt, dass Sie körperlich und geistig geeignet sind, einen Ballon zu führen. Dieses wird von Vertrauensärzten ausgestellt. Für Ballonpiloten sind die Anforderungen geringer als für Privat- oder Linienpiloten.
Praktische Ausbildung
Schliesslich müssen Sie eine praktische Ausbildung absolvieren, welche aus mindestens 16 Ballonfahrten unter Anleitung eines Ballonfahrlehrers besteht. Der praktischen Ausbildung folgt schliesslich die praktische Prüfung.
Zeit und Kosten
Der Theoriekurs des SBAV dauert ungefähr fünf Monate; in der Regel beginnt er in am Jahresende und hört gegen Sommer des nächsten Jahres auf. Sie können die weiteren Ausbildungen gleichzeitig mit dem Theoriekurs durchführen oder auch vorher oder nachher. Wir empfehlen Ihnen, bereits einige Stunden der praktischen Ausbildung gleichzeitig mit dem Theoriekurs durchzuführen - so verstehen Sie viel besser, wovon die Theorielehrer sprechen.
Für die "englische Voice" sollten Sie, je nach Schule, rund zwei Abende pro Woche während zwei bis drei Monaten einrechnen.
Für die praktische Ausbildung schliesslich werden Sie im besten Fall einige Monate brauchen, in der Regel jedoch etwa ein halbes Jahr.
Die gesamte Ausbildungsdauer beträgt somit rund ein Jahr, wobei Sie dies selbst sehr stark steuern können.
Die Kosten für die Ausbildung bestehen aus den Kosten für die verschiedenen Ausbildungen und den Prüfungsgebühren. Sie sollten mit einer Grössenordnung von etwa 10'000 Franken rechnen - mit starken Abweichungen nach unten oder oben, je nach Schule, Fahrlehrer, allenfalls notwendigen Wiederholungen, usw.
Weiterbildung
Nach der Grundausbildung müssen Sie eine bestimmte Mindestanzahl von Fahrten pro Jahr durchführen, um den Pilotenschein nicht zu verlieren. Sie können darüber hinaus aber noch viele Weiterbildungen absolvieren, z.B. die Ausbildung für Gasballon (bzw. Heissluftballon, wenn Sie mit Gasballonenangefangen haben), die Nachtfahrerweiterung, welche Ihnen auch das Führen eines Ballons in der Nacht erlaubt, die Weiterbildung zum Fahrlehrer sowie diverse technische Weiterbildungen und Prüfungen.




