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Ballonfahren

Ballonfahren ist die naturverbundene Art der Fortbewegung in der Luft. Während der Ballonfahrer die Fahrthöhe des Ballons bestimmt und kontrolliert, ist die Geschwindigkeit alleine abhängig von der herrschenden Windströmung. Massgebend für eine unvergessliche Ballonfahrt ist weder das Zurücklegen einer möglichst weiten Strecke noch das Erreichen der höchsten Höhe. Alles ergibt sich aus dem Hier und Jetzt – es sei denn, man bestreitet Wettkämpfe.

Wie ist das mit dem wettkampfmässigen Ballonfahren?

Sowohl das Heissluft- als auch das Gasballonfahren werden als Leistungssportarten betrieben – sei es an Schweizer-, Europa- oder Weltmeisterschaften. Eine Besonderheit bildet die Gordon-Bennett Wettfahrt für Gasballone. Sie geht auf die Frühzeit des letzten Jahrhunderts zurück und ihre Regel ist einfach: Wer kommt am Weitesten? Schweizer Piloten haben diese Fahrt über hunderte manchmal sogar tausende von Kilometern und über mehrere Tage schon mehrfach gewonnen.

Gibt es Unterschiede in der Art des Abhebens leichter als Luft?

Es gibt 3 verschiedene Arten das Luftmeer mit einem Ballon zu erkunden. Seit der Erfindung 1783 bis in die 1970er Jahre war der Gasballon die beste Möglichkeit ohne Motor abzuheben. Das Traggas, meist Wasserstoff oder Helium, ist leichter als die umgebende Luft und trägt den Ballon, die Besatzung und den Manövrierballast in die Höhe. Steigen oder Sinken kann mit Ballastabwerfen oder Gasablassen reguliert werden. Der Startplatz ist meist bei einem Gaswerk, damit das Gas nicht weit transportiert werden muss.

In den 70er Jahren wurde der Heissluftballon aus Amerika in die Schweiz gebracht. Moderne Nylonstoffe und die Möglichkeit eine grosse Menge heisser Luft durch einen Brenner und Propangas zu erzeugen, brachte die neue Möglichkeit mit freier Startplatzwahl auf einem abgemähten Feld. Wird die Luft im Ballon erhitzt, wird diese leichter. Je wärmer es in der Hülle ist, desto mehr Gewicht kann gehoben werden. Die Fahrthöhe wird somit durch Temperaturregulierung in der Hülle gesteuert.

Das sogenannte Heissluft-Luftschiff funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Die Hülle ist in Form einer Zigarre gebaut. Durch Heizen wird das Steigen und Sinken reguliert, ein Motor mit Propeller und Seitenleitruder aus Stoff ermöglichen das Steuern des Luftschiffs.

Welche Ausrüstung braucht es, um Ballonfahren zu betreiben?

Neben einer gültigen Ballonfahrerlizenz benötigen wir die entsprechende Ausrüstung: Korb, Brenner, Hülle, Gasflaschen, Ventilator und Avionikgeräte – Funkgerät, Vario, sowie auch ein Transponder. Für den Transport benötigt man ein Bodenfahrzeug und einen Anhänger. Dazu gehört ein Team aus Freunden, die grosse Freude am Ballonfahren haben.

Braucht jeder, der Ballonfahren will, seinen eigenen Ballon?

Zurzeit hat es in der Schweiz mehr Ballone als Piloten. Somit ist eine eigene Ausrüstung nicht zwingend erforderlich, um selber abzuheben. Über Kontakte mit einzelnen Piloten oder regionalen Ballongruppen ergeben sich viele Möglichkeiten.

Wie viele Menschen betreiben das Ballonfahren in der Schweiz und wie viele Vereine gibt es?

Gemäss Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL gab es Ende 2015 in der Schweiz 255 Ballonpilotinnen und -piloten mit gültiger Lizenz und 368 immatrikulierte Ballone. Organisiert sind die Ballonfahrer im Schweizerischen Ballonverband (SBAV), einem selbstständigen Spartenverband des Aero-Clubs der Schweiz (AeCS). Dem SBAV gehören über 30 Ballongruppen an.

Was macht einen erfolgreichen Ballonfahrer aus?

Ein guter Ballonfahrer zeichnet sich dadurch aus, dass er jede Ballonfahrt seriös vorbereitet und professionell durchführt. Er ist willensstark, entscheidungsfreudig und setzt sich durch. Er führt den Ballon mit viel Feingefühl und versteht es, seine Begeisterung auf die Passagiere und das Umfeld zu übertragen. Die Freude an der Natur welche uns Ballonfahrer immer wieder aufs Neue zum Staunen bringt, geniessen wir bei jeder Fahrt.

Was macht Ballonfahren zur schönsten Sportart der Welt?

Das Zusammenspiel von Technik und Natur ist sehr intensiv. Es gilt, die herrschenden Windströmungen zu seinen Gunsten zu nutzen und so ein Ziel zu erreichen. Daneben ist der Genussfaktor unbeschreiblich hoch und jede Ballonfahrt ist einzigartig. Eine Wiederholung der erlebten Fahrt ist unmöglich. Ballonfahren ist eine abenteuerliche Reise mit dem Wind, schwebend über einer Welt, der wir für ein paar Stunden entfliehen.